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Er machte was er will der Monat April

Hejsan,

diesen Monat ging es wirklich auf und ab. Nicht nur das Wetter spielte mit seinem ständigen Regentagen, Sonnenschein und Schneeeinbrüchen verrückt.

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Nein, auch bei uns ging es drunter und drüber. Hat dieser Monat mit einem Scherz begonnen, war mir am Ende doch nicht mehr zum Lachen zumute. Aber das erzähle ich euch aus meiner Sicht, denn dieser Monat hat ganz schön an meiner Energie und meinem Kräften gezerrt. Aber wie war es für die Zwillinge. Bis Mitte des Monats haben wir es alle ganz gut überstanden. Phia und J.O. gehen oder wollen jetzt immer öfter auf das Töpfchen, weil es ihnen Spass bereitet und sie es toll finden wenn die Windel nicht nass wird und Sie selbst die Toilettenspülung betätigen dürfen. Am Anfang vom April war es fast ein Spiel auf das Töpfchen zu gehen, doch auch wenn sie Spass daran hatten, merkte ich das sie es noch nicht Innehalten konnten. Das galt beiden Phia wie J.O., doch mittlerweile hat sich bei J.O. das Innehalten eingeschlichen. Er weiß nicht so richtig damit umzugehen oder weiß nicht was das jetzt bedeutet, aber eins weis er, wenn er seinem Bedürfnis nach geht und es laufen lässt, gefällt es ihm überhaupt nicht. Denn plötzlich ist es nicht so wie er es sich gewünscht hatte. Es war auch für uns sehr schwierig dieses Zeichen zu erkennen. Erst warf er sich auf den Boden und wollte absolut nicht mehr laufen und fing an sich an die Beine zu fassen und schrie ‚Auah, auah‘. Erst fragte ich ihm was ihm weh tut und nach zwei Minuten war alles vorbei und ohne eine Antwort von ihm spielte er weiter. Irgendwas ist geschehen! Ein anderes Mal zogen wir ihm Schuhe an, er weinte bitterlich und schrie beim Anziehen der Schuhe immer wieder ‚Auah, auah‘, sodas wir entschieden ihn auf den Arm zu nehmen und ohne Schuhe zu lassen, 5 min später war alles vergessen. Dann hatten wir gemeinsam überlegt und wir dachten uns das es vielleicht mit dem Innehalten zu tun haben muss, er kann sich in seiner kindlichen Sprache nicht ausdrücken, weiß nicht wo der Schmerz herkommt und weiss natürlich nicht mit der Wut umzugehen, die ihm durch diese Situation aufgezwungen wird. Und jedes Mal, wenn er sich auf den Boden warf und wirft, im Zickzack lief und läuft oder Sachen machte und macht die wir nicht gewöhnt waren und sind,  fragten und fragen wir J.O. ob er aufs Töpfchen muss und mittlerweile sagt er JA oder nichts, was ein ja ist, und es funktioniert. Phia ist in jeder Hinsicht ein treuer Begleiter von J.O., wenn er aufs Töpfchen muss oder will folgt sie ihm und setzt sich solidarisch mit dazu, jeder hat ja sein eigenes Töpfchen. Jetzt zum Ende des Monats April hatte ich von einer Kollegin einen sehr niedlichen Tip bekommen. Jedes Mal wenn einer von den Zwillingen ins Töpfchen macht, dürfen sie einen Aufkleber darauf kleben. Ziemlich tolle Idee fand ich und direkt am ersten Tag als Papa nach Hause kam,  hat J.O. voller Stolz dem Papa sein Töpfchen hingehalten und ihm gezeigt das er da bereits Aufkleber drauf hat. Das war grandios, er war so Glücklich und Zufrieden. Phia hatte natürlich auch schon einen Aufkleber aber sie sieht wie rasch es bei J.O. voran geht, nun liegt es an uns ein Gleichgewicht zu halten, denn es kann auch deprimierend sein wenn Phia nicht ins Töpfchen macht und dadurch keinen Aufkleber bekommt (sie bekommt jetzt einen dafür das sie J.O. solidarisch begleitet, denn ich glaube es dauert nicht mehr lange bis sie auch damit anfängt). Natürlich kann es auch ganz anders kommen. Aber mein Ziel war es  die Zwillinge selbst bestimmen zu lassen, wann es soweit ist für das Töpfchen.

Dann waren wir natürlich wieder Krank und diesmal das ganze Programm, Fieber, Husten und Schnupfen und bei mir hat sich am Ende, durch diese verschleppte Erkältung, noch eine Nasennebenhöhlenentzündung gebildet. Oh man, ich war so erledigt, ich habe es mit meiner etwas laschen Naturpflege einfach nicht in den Griff bekommen und musste dann einsehen, dass ich es nicht ohne Antibiotika schaffe. Wir hatten zwar Besuch, und diesmal die Schwiegereltern, dennoch habe ich es nicht geschafft mich Gesund zu pflegen. Dabei haben uns Opa und Oma wirklich sehr viel Arbeit abgenommen. Sie haben es geschafft die Kinder wieder Fit zu bekommen. Mit viel frischer Luft, Leckereien und gutem Essen klappt einfach alles.

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Ich habs mir auch schmecken lassen, hab im Bett gelegen mich ausgeruht und versucht abzuschalten, so gut es eben ging. Aber bei mir hat sich die Erkältung wirklich festgesetzt und als mir mein Gesicht und mein Oberkiefer anfing weh zu tun, ich stets müde war und total unkonzentriert in der Arbeit versucht habe meiner Arbeit nach zu gehen, merkte ich das es besser wäre Antibiotika zu nehmen und gesund zu werden, schon allein wegen meiner Kinder. Es war einfach unglaublich anstrengend denn sie brauchten trotz Krankheit die volle Aufmerksamkeit. Leider war es uns, meinem Schatz und mir, nicht möglich in dieset Zeit, als seine Eltern zu Besuch waren, auszugehen, da ich einfach nur schlapp war.

Eine noch bis jetzt sehr wirkungsvolle Sache die ich mir im April hab einfallen lassen, ganz besonders wenn unsere kleinen Mäuse mal nicht so wollen wie wir es gern möchten, damit meine ich anziehen am Morgen bevor es in den Kindergarten geht, nicht mit dem Essen spielen, Zähne putzen, …, und fürs Bett fertig machen. Solche einfachen, banalen Situationen können leicht mit Tränen enden, weil sie vielleicht zu müde sind, weil sie nicht hören wollen und lieber spielen oder einfach nur erschöpft vom Tag sind. Das schlimmste in solchen Phasen ist wenn sie sich dann noch gegenseitig hochstacheln. Eigentlich war es ganz einfach: ich musste sie nur ablenken, ablenken davon es nicht zu wollen, und bevor ich sie mit Gummibärchen fütter oder mich komplett zum Affen mache um dann doch aufzugeben, habe ich mir überlegt sie genau beim Weinen aufmerksam zu machen (zu packen) und ihnen zu zeigen das diese vorsorgliche, banale, Disziplin weisende, …, und schützende Sache es nicht Wert ist zu weinen. Am Anfang hab ich immer zu Ihnen gesagt: ,jetzt ist sie da die Traurigkeit‘ und  hatte ihnen erklärt das wir sie nun wieder loswerden müssen und das wir das nur gemeinsam schaffen können, indem wir uns z.B. ganz schnell Anziehen, Zähne putzen, …, und es hat geklappt. Die beiden waren sofort ruhig und haben mir zugehört. Mittlerweile sage ich es bereits zu Ihnen bevor sie daran denken mit dem Weinen zu beginnen oder traurig zu werden. Denn ICH kann sie nämlich schon kommen hören die Traurigkeit (ich werde ganz still, schau um mich herum und Versuche zu lauschen) und wenn wir uns ab diesem Zeitpunkt nicht beeilen, das zu erledigen was notwendig ist um sie von uns fern zu halten (und hier beginne ich sie anzuziehen, zu bitten die Spielsachen in den Schrank zu stellen, …),  dann werden sie ( damit meine ich Phia und J.O.) anfangen zu weinen, denn dann ist sie nicht aufzuhalten die Traurigkeit. Ich weiß nicht warum, aber es ist wie Magie, sie sind ganz still und sehr konzentriert und dann schauen sie sich um und hören ob sie die Traurigkeit auch kommen hören. Und es funktioniert wunderbar, seitdem ist es etwas ruhiger bei uns im Hause. Dabei weiß ich nicht einmal ob es erzieherisch und pädagogisch sinnvoll ist, aber es ist uns ein gutes Hilfsmittel.

Es gab natürlich auch kleine Lichtblicke in diesem Monat und Dinge die ich getan habe, welche ich schon lange erledigen wollte. Zum Einem habe ich endlich für zwei neue Erdenbürger eine Kleinigkeit genäht, es sind zwei RAS Hosen für Jungen. Sie wurden ungefähr zur gleichen Zeit geboren und ich hab mich mal wieder so gefreut, dass ich unbedingt was nähen wollte.

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Dabei hab ich direkt einige Nummern (68/74) größer gewählt, da ich nicht sicher war, was sie schon bekommen haben und noch brauchen. Und in diesem Sinne wünsche ich den Eltern noch einmal alles, alles Liebe und Gute, Gesundheit und eine wundervolle Zeit mit den Kleinen. Das Päckchen hat sie mittlerweile sicherlich erreicht. Dann waren wir in meiner Arbeit in den letzten Zügen von „Alice Abenteuer im Wunderland“, wobei eine Kollegin und Ich eine etwas größere Verantwortung bekamen und das zerrt natürlich auch sehr an der körperlichen und geistigen Energie. Ein bisschen haben wir schon vor der Premiere gefeiert.

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Aber ihr dürft noch ein bisschen gespannt sein, denn über „Alice Abenteuer im Wunderland“  gibt es noch einen extra Bericht. Bis dahin!

Har det så bra!

Vivo

Verlinkt bei: RAS Linkparty

5 thoughts on “Er machte was er will der Monat April

  1. Annuschka

    Oh meine liebste Vivo,
    Das hört sich wirklich nach einem April mit vielen Facetten an!
    Aber schön zu hören, dass du nun im sommerlichen Mai wieder gesund bist und du ein Resümee ziehen kannst, was neben all den nervig quälenden Sachen, doch auch viele kleine Erfolge zu verzeichnen hat. Ich finde die Idee mit der sich anschleichenden Traurigkeit ganz wundervoll und finde es ganz faszinierend das es klappt! Auch das mit den Aufklebern finde ich echt ne coole Sache … Ich würde es sehr motivierend finden, wenn ich es noch mal lernen müsste! Leider kann Ichs schon ganz gut…;)
    Mögen sie eigentlich Musik oder Hörspiele? vielleicht kann man sie ja auch damit locken oder rechtzeitig ablenken, sodass manche Sachen ganz nebenbei passieren, während sie eigentlich dem Erzähltem/ Gesungenem Lauschen…
    ?❤️

  2. Rita

    Liebe VIVO, ich finde deinen Bericht sehr interessant du kleiner Lebenskünstler. Du wirst das schon alles schaffen mit den beiden Schnuckis. Ich finde es toll wenn du bei all deinen Turbolenzen noch Zeit zum Nähen findest . Aber wahrscheinlich ist es das, was dich neue Kraft schöpfen lässt, weil es dir so viel Spaß bereitet . Das mit den Aufklebern finde ich auch sehr gut zumal die Beiden ja voll darauf eingehen. Da werde ich dir mal ein paar kleine lustige Aufkleber schicken bis der Topf voll ist. Jetzt wird es bald warm und da kann man ja auch beim Spazieren gehen mal die Windel weglassen . Ich glaube das würde J. O. sehr gefallen und Phia bestimmt auch und den Papa der dann eine von deinen schönen Taschen voller Höschen mitnehmen muss. Ich wünschte ich könnte dabei sein.
    Das mit der Traurigkeit könnte im Moment sehr sinnvoll hilfreich und gut sein und schön wenn es klappt, aber man sollte es nicht zu sehr vertiefen( frag mich wie ich es meine) . Auch mit einem Lied auf den Lippen kann man aus einem weinenden Auge ein lachendes zaubern (vielleicht !?), Phia singt für alle ein Lied ( die singt doch so gerne)und vertreibt die Wut ,die Traurigkeit, die Sturheit wie auch immer ihr das nennen wollt. Aber du wirst wissen was am besten ist, es sind deine kleinen Lieblinge die du jeden Tag und jede Nacht um dich hast und somit ihr Handeln und ihre Gedanken am allerbesten kennst. In diesem Sinne lass uns einen Kaffee trinken und ein Stück von deinem leckeren Kuchen essen, da du uns ja mit deinen Bildern den Mund wässrig gemacht hast.
    Bis bald.

    1. Vivo la vita

      Danke, es tut so gut das zu hören. Das mit der Traurigkeit benutzen wir nicht so oft, nur wenn es wirklich anstrengend wird und das passiert gelegentlich. Das mit der Musik und den singen, habe ich ausprobiert und werde ich noch verfeinern, denn wenn es richtig kritisch ist funktioniert es nicht. Jetzt wo uns die beiden so oft auf die Probe stellen ist es auch wirklich interessant zu sehen was wirklich hilft. Ich werde auf jeden Fall wieder darüber Berichten. Liebste Grüße Vivo

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